Schöner stricken

Ich stricke am liebsten ein Projekt nach dem anderen und habe daher selten mehr als ein Teil auf den Nadeln. Wenn ich unterwegs stricken möchte, dann schlage ich meistens eine schnelle Kleinigkeit an, z. B. (m)ein Netz für alle Fälle, und so etwas habe ich bisher dann in einfachen Stoffbeuteln transportiert. Weil mir in letzter Zeit aber immer mehr schöne Projektbeutel über den Weg liefen, hatte ich nun plötzlich das Gefühl, so etwas auch ganz dringend zu brauchen.

Wie gut, dass ich Stoffreste meistens aufhebe, wenn sie denn mindestens die Größe einer Postkarte haben – diese hier waren allerdings dann doch noch etwas größer (siehe unten). Bei dem Stoff handelt es sich um einen Möbelstoff-Rest von Stoff und Stil, denn bei mir wohnt auch ein ebenso kratzfreudiger wie erziehungsresistenter Kater, so dass ich ab und zu meine Sessel neu beziehe.

Auf meinen Sesseln gefiel mir dieser Stoff damals nicht übermäßig gut, als Projektbeutel dafür jetzt aber um so mehr. Das Gewebe hat zwei unterschiedliche Seiten, so dass die Innenseite schön glatt ist und stabil genug, damit sich auch keine Nadelspitzen durchbohren, wie bei den dünnen Stoffbeuteln.

Und weil ich den ersten Versuch so schön fand, habe ich gleich noch ein bisschen weitergenäht.

Ich habe einfach ein Rechteck rundum versäubert, rechts auf rechts von der einen oberen Kante 3 cm zusammengesteppt, 2 cm für die Kordel freigelassen und dann zum Beutel geschlossen. Für den Boden habe ich jeweils die untere Längsseite der Naht Richtung Boden gefaltet, so dass ein Dreieck mit der Naht in der Mitte entsteht, dieses mit einer Nadel zusammengesteckt, die gewünschte Bodentiefe gleichmäßig rechts und links der Naht markiert und abgesteppt. Die überstehende Spitze habe ich mit ca. 1 cm Nahtzugabe abgeschnitten und versäubert. Zum Schluß wurde noch die obere Kante 3 cm nach innen umgeschlagen und festgenäht (ich habe den Stoff extra nicht noch einmal eingeschlagen, weil mir das Ganze bei dem festen Stoff dann zu dick geworden wäre).

Die Baumwollkordel und die passenden Perlen habe ich bei den dänische Schwestern gekauft – wie für den Stoff gemacht, finde ich. Und nun kann ich also schöner stricken.

Mein aktuelles Hauptprojekt, das Tuch Saint Laurent von Espace Tricot (rechts) durfte gleich aus der Strickecke in seinen eigenen Projektbeutel umziehen. Und weil das nicht als Unterwegs-Projekt taugt, habe ich für meinen Ausflug zum (meiner Meinung nach eher enttäuschenden) Hamburger Wollfestival auch schnell noch mein sechstes Nuvem angeschlagen – es wird ein Geburtstagsgeschenk für einen lieben Menschen und eignet sich im Anfangsstadium noch ideal zum Mitnehmen.

Und jetzt die Größen: Stoffverbrauch (von links) 28 x 54 cm (Boden 8 cm tief), 34 x 70 cm (Boden 12 cm tief), 28 x 78 cm (Boden 10 cm tief).

Meine neuen Projektbeutel zeige ich beim Creadienstag und bei den Dienstagsdingen.

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