Ein bisschen wie ein Feudel…

… damit lässt sich dieses (sehr spezielle) Garn ganz treffend beschreiben. Nachdem ich mich so sehr in mein Wollsouvenir aus Kopenhagen verliebt hatte. wollte ich gerne noch ein anderes Öko-Garn dieser Marke ausprobieren. In Zeiten von Onlineshops gibt es ja inzwischen nichts mehr, was es nicht gibt, also war das Garn schnell bestellt – und eigentlich sollte daraus der Kokon-Cardigan von Regina Moessmer werden.

Keine gute Idee, das zeichnete sich, ebenso wie die ungewöhnliche Konsistenz, schon bei der Maschenprobe ab. Es handelt sich bei dem Garn um eine Mischung aus 50 % Merino, 25 % Baumwolle und 25 % Seide, da ist der spröde Griff auch nicht wirklich überraschend, nur macht sich das halt im Rippenmuster gar nicht schön.

Aber das passende Muster war schnell gefunden. Mysiga No. 2 von Astrid Müller habe ich vor einiger Zeit schon einmal gestrickt (hier bei Ravelry zu sehen). Die kam mir gleich in den Sinn – und auf die Maschenprobe hätte ich dann auch ganz verzichten können, das Design ist nämlich so raffiniert, dass man mit so gut wie jedem Garn ganz einfach gleich loslegen kann und dann im Laufe des Strickens einfach probieren, wann es Zeit ist, die Ärmel abzutrennen.

Überhaupt bin ich ein große Freundin vom Anprobieren, allerdings würde ich nie auf die Idee kommen, das Strickstück auf einen Wollfaden o. ä. aufzufädeln, um einen Eindruck von der Passform zu bekommen. Das mache ich lieber mit zwei Stricknadeln – oder aber gleich mit extra langen Stricknadeln. Sie sind 1,50 Meter lang und ich habe sie mir zum Nuvem-Stricken angeschafft.  Bisher habe ich fünf von diesen Riesentüchern gestrickt (zum Beispiel dieses), und bei mehr als tausend Maschen auf den Nadeln können diese gar nicht lang genug sein. So lange Nadeln eignen sich auch sehr gut zum Anprobieren oder Stilllegen der Körpermaschen, während z. B. die Ärmel gestrickt werden.

Also war es auch keine Überraschung, wie sich die Jacke beim Tragen anfühlen wurde, und obwohl das Garn so ein feudel-ähnliches, sprödes Gestrickt ergibt, ist es doch schon kuschelig, weich und ergiebig noch dazu – die Jacke wiegt gerade einmal 278 Gramm.

Und weil sie so schön geworden ist, finde ich das Feudel-Garn inzwischen auch wirklich halb so schlimm – und so langsam freue ich mich auch darauf, sie bald mal tragen zu können.

Anleitung: Mysiga No. 2 von Astrid Müller (Kaufanleitung bei Ravelry, auch deutsch)
Garngewicht: 278 Gramm
Nadelstärke: 3,5

Mehr Informationen zu Garn und Anleitung gibt es bei Ravelry auf meiner  Projektseite (fraustrickt).

A propos Feudel – so sagt man hier in Norddeutschland. Falls sich das jemand gefragt hat: gemeint ist ein Putzlappen (denn laut Wikipedia gibt es für den noch ganz viele andere Bezeichnungen).

Meine neue Jacke zeige ich bei Maschenfein und bei Caros Fummeley

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