Gleich nochmal, weil’s so schön war…

Das ist heute mein Motto und passt gleich doppelt. Zum einen ist mein zweiter Stockholm-Pullunder in Windeseile fertig geworden und wird auch schon gerne getragen, hier ist es nämlich meistens kalt und ungemütlich.

Bei der Planung für meinen karierten Schal war ich mir unschlüssig, ob er nun grün oder rot werden sollte, und so lag hier noch himbeerrotes Garn, für das ich auch noch eine sehr schöne und passende Begleitung gefunden habe. Das war nach dem anstrengenden Ebbetts Cardigan genau das richtige Entspannungsprojekt.

Noch mehr Entspannung gab es mit meinen neuen Sofasocken (als Sneakersocken sind sie mir leider zu dick) und einem ganz wunderbaren Buch, dass ich tatsächlich gleich noch einmal lese, weil es so schön war…

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Seitdem ich im letzten Jahr einen Haushalt auflösen musste und mich auch die Unmengen von Büchern schier zur Verzweiflung gebracht hatten, kommen bei mir nur noch ganz besondere Bücher neu ins Regal. Als Viel-Leserin nutze ich ansonsten meistens meinen E-Reader und leihe mir Bücher in der Onleihe (der App der öffentlichen Büchereien) aus. Und dort bin ich auch über mein derzeitiges “Buch des Jahres” gestolpert, dass ich mir gleich nach der Online-Lektüre als “richtiges” Buch gekauft habe.

“Der Salzpfad” von Raynor Winn ist die (wahre) Geschichte von Raynor und ihrem Mann Moth, die unverschuldet alles verlieren, was sie sich in über 30 Jahren Ehe aufgebaut haben. Zu allem Überfluss wird bei Moth eine unheilbare Nervenkrankheit diagnostiziert. In dieser schier ausweglosen Situation gibt eine Reisebeschreibung, die Raynor mit 20 Jahren gelesen hat, den Anstoß und die beiden machen sich mit nur der allernotwendigsten Ausrüstung auf den Weg entlang des etwa 1000 Kilometer langen englischen “South West Coast Path”. Und was mit dem Mut der Verzweiflung beginnt, wird schließlich – kaum vorhersehbar – der Weg in eine neue Zukunft.

Die Widrigkeiten des täglichen Lebens und Überlebens, den Umgang mit ihrer Obdachlosigkeit, die Angst um ihren Mann aber auch die Liebe zu ihm, die vielfältigen Begegnungen mit Menschen und das Leben mitten in der Natur schildert die Autorin so unaufgeregt, oft selbstironisch und immer fern von Pathos, dass ich das Buch gar nicht aus der Hand legen konnte. Ihre Sicht auf die Welt, ihr Mut, ihre Kraft, ihre Schwäche, ihr leiser Humor, ihre Warmherzigkeit und ihre Zuversicht haben mich tief beeindruckt und meine Sicht auf viele Dinge geändert.

Gerade in dieser seltsamen Zeit, in der auf einmal nichts mehr selbstverständlich ist, räume ich für dieses ungewöhnliche Buch einer beeindruckenden Frau gerne einen Platz in meinem Bücherregal frei und kann es nur wärmstens weiterempfehlen.

Und damit verziehe ich mich wieder aufs Sofa und wünsche auch den Samstagsplauscherinnen ein schönes Wochenende.

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