Fassungslos und hilflos…

Da wird gerade die Weltordnung, die ich für selbstverständlich gehalten habe, auf den Kopf gestellt und ich kann nur hilflos zuschauen.

Diese Hilflosigkeit macht mir schwer zu schaffen. Natürlich hilft es niemandem, ein paar blau-gelbe Herzchen zu stricken. Und trotzdem… Hier gibt es die Anleitung: Hearts for Ukraine von Marianna Mel. Und ich war nach vielen Jahrzehnten wieder auf einer Kundgebung, ich schaue nur noch maximal einmal täglich Nachrichten und ich versuche, weder völlig meine Nerven noch meine Zuversicht zu verlieren. Denn auch das würde ja niemandem helfen. Und natürlich stricke ich.

(Werbung, unbeauftrag und unbezahlt) Ein ganz spontanes Zwischendurch-Projekt waren die Nutmeg-Socks. Ich hatte noch braune Wolle – geradezu muskatnussfarben, und vielleicht war das der Grund, warum dieses so niedliche wie leider auch ein wenig nervige Muster auf meinen Nadeln gelandet ist. Aber immerhin waren diese Socken ein Vorwand, ein paar neue Stricknadeln anzuschaffen.

Spitz sollten sie sein. Ja, und das sind sie wirklich – die zweite Socke konnte ich nur mit Pflaster auf dem linken Zeigefinger fertigstricken. Vermutlich lag es aber auch an der Wolle. Das Strumpfgarn von Lamana hat mich überhaupt nicht überzeugt (vor allem hat es sich ständig geteilt) und ich werde es ganz sicher nicht noch einmal verwenden – und schon gar nicht nicht für Socken mit kleinen Nöppchen.

Eigentlich war ich auch nicht in erster Linie in meinem Lieblingswollladen, um dort die Nadeln zu kaufen. Vor allem wollte ich dort das Garn abholen, das ich vor fast genau einem Jahr bestellt hatte – so lange war die Farbe nicht lieferbar. Schon damals war der Plan, daraus den Birthday-Sweater zu stricken. Also habe ich auch ganz euphorisch losgelegt – ohne Maschenprobe! Beim letzten Modell aus diesem Garn, dem Long Love Cardigan – hatte die Maschenprobe schließlich auch gepasst. Mal ehrlich: wie bescheuert kann man denn sein? Aber vermutlich war das auch den besonderen Zeiten geschuldet und ich musste mich einfach ganz gedankenlos an meinem Strickzeug festhalten, jedenfalls ist mir erst eine ganze Zeit nach der Ärmelabtrennung aufgefallen, dass ich da gerade etwas stricke, in das ich zweimal hineinpasse.

Er ist wirklich riiiiiiesig. Wie riesig, kann man vielleicht am ehesten am linken Ärmel erahnen. Da hilft nur Ribbeln.

Weil ich aber Ribbeln so gar nicht leiden mag, habe ich jetzt erst einmal den Ribbed Raglan Cardigan auf die Nadeln genommen. Der ist schön mindless zu stricken, und vor allem ist er flauschig. Und natürlich habe ich erst einmal eine Maschenprobe gemacht….

Diesen Beitrag verlinke ich beim Nadelgeplapper von Frau Karminrot

2 Kommentare zu „Fassungslos und hilflos…“

  1. Ja, die Situation in der Welt (Krieg in der Ukraine, immer noch Corona-Pandemie) macht einem schon zu schaffen. Da ich am besten abschalte, wenn ich draußen bin, bin ich in letzter Zeit mehr gewandert als dass ich gestrickt habe.
    Der Ribbed Raglan Cardigan wird schön, der könnte mir auch gefallen.
    LG aus der z. Zt. sonnigen Eifel
    Ingrid

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.