Vom Kummerkind zum Lieblingsteil: Mein Ripple-Cardigan

Genau so ein Stück fehlte mir noch im Kleiderschrank und ich war gleich Feuer und Flamme und Garn für den Ripple Cardigan ganz oben auf meiner Einkaufsliste für das diesjährige Wollfestival in Kassel. Gefunden habe ich es bei der Skudderia, 100 % Schurwolle mit Naturfarben gefärbt, LL 320 m/100 g und die empfohlene Nadelstärke 3-4 mm – genau das, was ich suchte.

Und dann gingen die Probleme los. Die Anleitung für den Cardigan gibt es kostenlos, wenn man sich auf der Hobbii-Webseite für den Newsletter anmeldet. So weit, so gut… Dann war aber schon bei Ravelry zu lesen, dass viele Strickerinnen mit der Anleitung Probleme hatten. Da dachte ich noch, dass es mir ja längst nicht genau so gehen müsste. Aber selten hat mich eine Anleitung so zur Verzweiflung gebracht. Der Cardigan wird von oben nach unten gestrickt, und der Beginn der Anleitung mit seiner Einteilung in Rückenteil, Ärmel und die Vorderteile, bei denen sofort das Lacemuster beginnt, waren kompliziert bis – zumindest für mich – vollkommen unverständlich beschrieben.

Was also tun? Erst einmal habe ich bei Ravelry (vergeblich) nach ähnlichen Modellen gesucht, dann habe ich darüber nachgedacht, das Teil (einfach?) von unten nach oben zu stricken. Dann habe ich erst einmal angefangen und ganz schnell wieder geribbelt. Und dann habe ich mir anhand der Anleitung eine Liste der jeweiligen Zunahmen gemacht, denn die erfolgen in unterschiedlichen Abständen.

Und dann habe ich einfach losgestrickt und Zunahmen und Mustereinteilung so gemacht, wie es mir logisch erschien. Die Ärmel mit ihrem Lacemuster habe ich auch nach Gefühl gestrickt, und mit einem extra I-Cord, der mir ganz besonders gut gefällt.

Bei der angestrickten Blende habe ich mich an die Anleitung vom Champagne-Cardigan gehalten, denn ich konnte nicht einmal so richtig verstehen, über wieviel Maschen die Blende gestrickt werden sollte. Also wirklich, ich habe selten so viel geflucht – es war ein richtiges Kummerkind. Aber das Durchhalten hat sich gelohnt und zu meiner großen Freude ist genau das dabei herausgekommen, was ich mir gewünscht hatte. Und glücklicherweise ist nach der Wäsche das Maschenbild auch sehr viel gleichmäßiger geworden.

Kein Kummerkind mehr, sondern ein echter Lieblings-Begleiter in meinem Dänemark-Urlaub, und bestimmt auch für den kommenden Herbst und Winter. Und aus den Resten ist dann noch dieser Elise-Scarf geworden…

Der Ripple-Cardigan

Die kostenlose Anleitung gibt es nur auf englisch bei Hobbii und ich kann sie NICHT empfehlen.
Das Garn: 460 Gramm Semilla von der Skudderia in der Farbe N005, gestrickt mit Nadelstärke 3,5

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