
Was für ein Glück, dass Anfang Juli in Kassel das Wetter noch so sommerlich und sonnig war. An einem verregneten, grauen Wochenende wäre das Wollfestival wohl nur halb so schön gewesen. Jedenfalls war mir noch so richtig nach Sommergarn zumute und das Tuileries Polo stand sowieso ganz oben auf meiner Strick-Wunschliste. Und nun habe ich also ein richtig sommerliches Poloshirt und warte darauf, dass es doch noch ein bisschen Sommer wird.
Das Shirt ist jedenfalls ein leichter Traum aus einer Viskose-Leinen Mischung und das Lochmuster macht das Ganze noch luftiger. Mit dem Muster habe ich übrigens ganz schon gehadert und auch immer wieder mal zurück gestrickt, weil mir die abwechselnd rechts- und linksgeneigten Abnahmen so gar nicht in den Kopf wollten. Auch die Anleitung fand ich ein wenig gewöhnungsbedürftig. Vor allem die vielen, zum Teil ziemlich kleinen Charts und die Tatsache, dass dort die rechten Maschen mit einem senkrechten Strich und die linken Maschen mit einem weißen Kästchen gekennzeichnet waren, fand ich anfangs sehr verwirrend.

Aber ich habe mich durchgebissen, und das mit Nadelstärke 2,75 mm! Ob ich die Anleitung für den Kragen und die dort am Halsausschnitt gestrickte Biese richtig verstanden habe, kann ich nicht wirklich sagen.Gehört sie nun nach innen oder nach außen? Keine Ahnung. Bei mir ist sie jedenfalls außen und so kaum zu sehen. Aber schön ist sie trotzdem, auch wenn sie außer mir vermutlich niemand sieht…
Das allererste Mal habe ich an allen Kanten, so wie in der Anleitung angegeben, mit dem „Ruke Bind-off“ abgekettet. Das ist ja eigentlich verblüffend einfach, ich hatte aber das Gefühl, dass ich damit einfach nicht vorangekommen bin. Und so sensationell toll finde ich das Ergebnis auch nicht. Das kette ich doch lieber zukünftig wieder italienisch ab.


Ich habe mich ohne Modifikationen an die Anleitung gehalten. Die Ärmel finde ich aber irgendwie ziemlich „puffig“ und würde beim nächsten Mal deutlich weniger Maschen aufnehmen und vielleicht auch auf die verkürzten Reihen verzichten, sondern sie einfach nur gerade herunterstricken. Ja, und ein bisschen kürzer dürfte das ganze Shirt auch seine, es ist beim Waschen schon ein wenig in die Länge gewachsen, denn ich hatte eher die Sorge, es könnte mir zu kurz werden.



Das Garn aus 70 % Bambus-Viskose und 30 % Leinen von Fliegendekiwi-Garne ist eine ungewöhnliche, seidig glänzende und trotzdem leicht störrische Kombination. Mit meinen Tulipnadeln aus Bamburg hat es sich aber sehr angenehm verstrickt und hat einen wunderschönen Fall, ich hoffe nur, es leiert beim Tragen nicht zu sehr aus.



Ach ja, zum Tragen muss ich auf jeden Fall etwas unterziehen, mit einem weißen oder auch schwarzen Tanktop gefällt es mir aber ausgesprochen gut. Das Zeug zu einem hochsommerlichen Lieblingsshirt hat das Tuileries Polo ganz bestimmt – fehlen nur noch die passenden Temperaturen.
Tuileries Polo
Eine Kaufanleitung von Soumine KIM (knits pour moi), nur in englisch
Das Garn: 270 Gramm Bamboo Linen (70 % Bambus und 30 % Leinen), Lauflänge 400 m/100 Gramm, verstrickt mit Nadelstärke 2,75 mm und 2,25 für die Bündchen
Größe 3
