Strickcamp in Schillighörn: Draußen raue Natur – drinnen kuschelige Strickzeit

So ein Strickcamp hat ja viele gute Seiten. Wenn es aber draußen auch noch ganz besonders ungemütlich ist, ist es in einem warmen Raum, umgeben von ganz viel Wolle, spannenden Strickprojekten und vielen netten Strickerinnen umso gemütlicher. So wie Anfang Februar, als ich bei meinem dritten Strickcamp und das erste Mal in Schillighörn war. Und schön war es wieder. Neben dem Austausch, den vielen Inspirationen und dem Miteinander vieler Gleichgesinnter bei bester Rundum-Verpflegung gab es dieses Mal auch noch eine gemütliche Teestunde, die nach einem Spaziergang am Strand gerade recht kam.

Und dann erlebt man bei so einem Strickcamp im besten Fall auch noch ein wunderbares Schaulaufen und sieht und fühlt so viele schöne Modelle, die man teilweise nur von Ravelry kennt, auch endlich mal in natura.

Mein Beitrag zum Schaulaufen war unter anderem auch mein neuestes fertiges Strickstück, der Korshavn-Sweater. So ganz glücklich bin ich mit der Farbe, die mich sehr an Blattspinat erinnert, leider nicht, aber das wunderbare Muster macht das zum Glück wieder etwas wett. Und ehrlich gesagt ist abgesehen vom Muster bei mir auch nicht viel von der Anleitung übrig geblieben. Das lag vor allem daran, dass ich eine ganz, ganz andere Maschenprobe hatte, aber unbedingt dieses Garn verstricken wollte. Meistens hilft es ja dann, eine andere Größe zu stricken, aber hier musste ich alles ganz neu berechnen. Da der Sweater von unten nach oben gestrickt wird, hatte ich schon während des Strickens genug Zeit, mit über die Ärmel- und Schulterkonstruktion Gedanken zu machen. Schließlich habe ich dann einfach die Maschen durch zwei geteilt und Vorder- und Rückenteil für die Armausschnitte einfach ohne Abnahmen gerade hoch gestrickt. Dann noch ein paar Abnahmen für den vorderen Halsauschnitt, das Rückenteil gerade hoch gestrickt und das Ganze schließlich mit dem 3-Needle-Bind-Off (keine Ahnung, wie man dazu auf Deutsch sagt) abgekettet. Das gibt eine wunderbare Naht und ich bin froh darüber, dass ich auf verkürzte Reihen o.ä. verzichtet habe.

Wie man sieht, sieht man nichts von der Schulternaht…

Ganz zum Schluss habe ich dann die Maschen für die Ärmel aufgenommen und ganz genau darauf geachtet, dass das Muster auch dort wieder aufgeht, und das hat sehr gut funktioniert. Einen kleinen Übergang sieht man, aber ich hatte keine Idee, wie der zu vermeiden gewesen wäre.

Beim Stricken hatte ich schon so meine Zweifel, was ich da produziere und habe deutlich gemerkt, wie sehr ich inzwischen daran gewöhnt bin, Projekte von oben nach unten zu stricken, mit verkürzten Reihen zu arbeiten und vor allem, zwischendurch immer mal anzuprobieren. Aber glücklicherweise sind haben sich inzwischen meine Zweifel in Luft aufgelöst und dabei nur die Erkenntnis hinterlassen, dass es auch gar nicht so verkehrt ist, ein Strickstück einfach mal aus gerade Teilen zu arbeiten.

Natürlich wurde am Wochenende richtig viel gestrickt, allerdings ist es für mich immer eine gute Idee, eher einfache Projekte einzupacken, denn in großer Strickrunde ist es mit der Konzentration bei mir oft nicht weit her. Was aus meinem Vita-Scarf geworden ist, der mit mir in Schillighörn war, das zeige ich beim nächsten Mal.

Mein Korshavn Sweater

Die Originalanleitung von „Strikkekaffe“ ist kostenpflichtig und bei Ravelry erhältlich, auch auf Deutsch.
Das Garn: Ca. 275 Gramm BC Bio Shetland in der Farbe Oliv (9S) und 150 Gramm Drops Kid Silk in Dunkeloliv
Nadelstärke 4, 2,5 für die Ärmel- und 3,5 für die anderen Bündchen.

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