So ein Mist!

Das war mit Abstand mein mildester Fluch als mir klar wurde, was ich da für einen unglaublichen Murks fabriziert hatte.

Und ich hatte schon so mit dem Anfang des “Poet”-Pullovers nach einem Muster aus dem Laine-Magazin Nr. 6 gekämpft – so sehr, dass nicht einmal an Hörbuch-Hören zu denken war, weil wirklich vollste Konzentration gefordert wurde. Aber so ganz hat die Konzentration dann wohl doch nicht ausgereicht. Oder besser gesagt: Wer lesen kann, ist im Vorteil… Ja, wenn man das denn dann auch tut – denn dann wäre mir gleich aufgefallen, dass für die von mir gewählte Größe (L) Chart A für die Rückseite und Chart B für die Vorderseite gestrickt werden muss, statt beide Male Chart A. Ich war wohl viel zu froh, dass es nach den ersten außerordentlich beschwerlichen Runden endlich einigermaßen lief mit dem Muster und den wirklich vertrackten Zunahmen, um auf solche Feinheiten zu achten.

Das böse Erwachen kam dann beim Abtrennen der Ärmel: Zwar stimmte die Anzahl der Maschen, da konnte ich zählen so viel ich wollte, aber das Muster ging einfach nicht auf. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich noch einmal genauer die Anleitung las und meinen blöden Fehler entdeckte. Was für ein Mist! Und da war auch wirklich gar nichts zu machen, nicht mal mit etwas Schummeln wäre ich auf die fürs Muster erforderliche Maschenzahl gekommen, und ca. 30 Maschen unter den Ärmeln für den Körper neu anzuschlagen war nur wirklich keine Lösung.

Also raus mit den Nadeln und ribbeln. Nicht aber, ohne vorher noch einmal alles auszumessen und festzustellen, dass ich den neuen Versuch lieber gleich in Größe M starte – und für diese Größe wird tatsächlich vorne und hinten Chart A gestrickt. Da bin ich ja mal gespannt.

Zum Trost habe ich dann erst einmal noch ein paar Socken für meinen Sohn angeschlagen, der ein großer Fan von selbstgestrickten Socken ist und sich schon über das erste Paar aus der Horstia-Wolle, die ich bei meinem Ausflug zum Fabrikverkauf erstanden hatte, gefreut hat.

Das Garn ist kein ausgesprochenes Sockengarn, wurde mir aber empfohlen und ist wirklich eine gute Wahl. Es ist eine superwash-behandelte, reine Schurwolle, die in der Stärke zwischen dem “normalen” 4-fachen und dem etwas dickeren 6-fachen Sockengarn liegt. Verstrickt mit Nadelstärke 3 ist auch eine Socke in Größe 49/50 schnell fertig, das Ergebnis ist nicht zu dünn und nicht zu dick und das beim Stricken etwas spröde Garn wird nach dem Waschen schön weich – und selbst für diese großen Socken habe ich nur insgesamt 92 Gramm gebraucht – so war noch genug Vorrat für ein weiteres Paar da, auch wieder ganz klassisch mit Käppchenferse gestrickt, so wie es mir vor vielen Jahre meine Großmama beigebracht hat, und wie ich es auch im Schlaf stricken könnte – das perfekte Trost- und Kontrastprogramm nach dem anspruchsvollen Pullovermuster. Aber da bleibe ich auf jeden Fall auch dran, das wäre doch gelacht!

Große Socken

Das Garn: 92 Gramm Horstia Regent in der Farbe 6  
60 Maschen mit Nadelstärke 3 für Größe 49/50 – Fußlänge 31 Zentimeter

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