Lotta in Dänemark

Es war Liebe auf den ersten Blick, als mir Lotta bei Ravelry begegnete. Ein Kleid wollte ich schon lange stricken, allerdings war mir dann der Sommer doch deutlich zu warm für ein wolliges Strickkleid. Bei der frühzeitigen Planung meiner Urlaubs-Strickprojekte stand dann aber Lotta ganz oben auf der Liste. Die Garnwahl war nicht schwer, wohl aber, die Anleitung zu bekommen. Es gibt sie bis jetzt nur im Laine Magazin – Sommer 2018, und das war erst einmal weit und breit vergriffen, glücklicherweise aber ganz kurz vor meinem Urlaub wieder verfügbar.

Nun war mein Plan, mit einer angefangenen Lotta auf den Nadeln in den Urlaub zu starten, damit in Dänemark nur noch entspanntes Stricken angesagt wäre. Aber Lotta stellte sich quer.

Erst einmal erwies sich die Größenwahl als schwierig, zum einen, weil meine Maße genau zwischen den beiden Größen M und L liegen (meine Favoriten sind immer Anleitungen in M2), zum anderen wich die Maschenprobe doch mehr ab, als erwartet. Eine weitere Schwierigkeit lag in der Form der Anleitung. Ich wollte nicht das ganze Magazin einpacken und finde es auch immer praktisch, auf der Anleitung die Fortschritte zu markieren oder mir direkt dort Notizen zu machen. Fotokopieren klappte aufgrund des Nicht-DIN-Formats nicht – ich habe die Einzelteile eingescannt und anschließend in meinem Layoutprogramm zusammengefügt. Inzwischen war dann auch keine Zeit mehr für den Start auf dem heimischen Sofa, also gingen Garn und (ausgedruckte) Anleitung in meinem neuen Projektbeutel auf die Reise.

Ein gemütlicher und sonniger Strickplatz in Dänemark war schnell gefunden, von entspanntem Stricken konnte aber gar keine Rede sein. Die Passe hatte es ganz schön in sich, vor allem, weil die Anleitung deutliche Schwächen hat. So steht nirgends, dass die unterschiedlich langen Streifen aus rechts verschränkten Maschen im Rückenteil nicht symmetrisch sein würden. Um zu vermeiden, dass die hintere Passe mit einem langen Streifen beginnt und mit einem kurzen Streifen endet, habe ich in der Mitte zwei kurze Streifen gestrickt, so geht das Muster auf.

Der größte Kummer kam aber erst noch. Den Abschluß der Passe bildet eine Reihe horizontaler Maschen. Hier waren dann die Erfahrungen anderen Strickerinnen bei Ravelry deutlich hilfreicher als die Strickanleitung selbst. Als ich erst einmal wusste, dass ich nach einem „Vikkel Braid“ bzw. einem estonischen Zopf suche, war ein passendes Tutorial schnell gefunden und die Umsetzung eine Kleinigkeit – dachte ich. Und weil mir mein Vikkel-Braid so leicht von der Nadel ging, habe ich ihn bei hyggeligem Kerzenschein gestrickt und dann gleich ganz fleißig mit dem glatt rechten Teil weitergemacht.

Keine gute Idee – bei Tageslicht stellte sich heraus, dass die Maschen der Vikkel-Braid Reihe seltsam lang und locker waren – und das gefiel mir ganz und gar nicht. Also habe ich unter leisem Fluchen den Fortschritt eines ganzen Abends geribbelt und mit einer kleineren Nadelstärke noch einmal gestrickt. Am Nachmittag sah ich dann übrigens in einem wunderschönen dänischen Wollladen tatsächlich mehrere gestrickte Beispiele von horizontalen Maschen, und die waren alle so wie mein erster Versuch – langgezogen und locker. Mir gefällt meine zweite Version (siehe oben) viel besser und jetzt geht es in glatt rechts weiter, leider inzwischen wieder auf meinem heimischen Sofa, dafür aber auf jeden Fall bei besserem Stricklicht…

Meine Lotta-Erfahrungen verlinke ich bei Maschenfein.

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