Hin und weg

Ich kann noch gar nicht glauben, was da für eine Schönheit auf meinen Nadeln entstanden ist. Wie gut, dass ich nach anfänglichen Schwierigkeiten – und ich war wirklich so kurz davor, alles fluchend in die Ecke zu werfen (hier nachzulesen) – dann doch durchgehalten habe. Das Ergebnis ist die schönste Belohnung.

Das Garn ist weich und ergibt dank des Patent(Brioche-)Musters einen schönen, fluffigen Griff und die leicht melierte Farbe passt ganz wunderbar zum Muster. So sehr mich dieses Muster im Vorfeld gequält hat, sicher auch, weil sich mir einfach nicht die Logik der Anleitung erschloss, so flüssig strickte es sich dann aber im Laufe der (Strick-)zeit. Ich habe allerdings von den angegebenen vier Charts, die sich in verschiedenen Folgen wiederholen sollten, nur zwei Charts wiederholt – so blieb es auch übersichtlich. Für Anfänger würde ich die Anleitung nicht unbedingt empfehlen, mit guten Nerven ist sie aber zu schaffen. Wer sich traut – ich gebe gerne Tipps zu meiner Muster-Bewältigungsstrategie mittels Maschenmarkern.

Vor lauter Brioche-Stress habe ich noch gar nicht davon berichtet, dass auch die italienischen Bündchen für mich eine Premiere waren, glücklicherweise aber eine meiner leichteren Übungen. Nach ein bisschen Web-Recherche habe ich hier die für mich einleuchtendsten Anleitungen gefunden. Beim italienischen Maschenanschlag (bzw. den Tubular Cast-On) hat mir Very Pink geholfen klick. Das italienische Abketten/Abnähen (bzw. den Tubular Bind-Off) hat mir Frau Maschenfein gezeigt klick. Diese Technik ist nicht sehr kompliziert und ergibt ein schönes Ergebnis. Das werde ich mir auf jeden Fall merken. Die Bündchen habe ich, anders als in der Anleitung vorgesehen, mit größeren statt mit kleineren Nadeln gestrickt und auch nicht so lang gemacht.

Meistens gelingen mir meine Strickprojekte so, wie ich mir das vorgestellt habe, aber selten hat mich ein fertiges Strickstück so begeistert – ich bin immer noch ganz hin und weg.

Mit Brioche mache ich auf jeden Fall weiter. Mal sehen, was als Nächstes kommt. Ganz fest ins Auge gefasst habe ich schon den Aeronaut-Schal von der verwegenen Nadel-Zauberin Ute Nawratil, sie hat allerdings für diesen Schal zweifarbiges Brioche auch noch mit Double-Face kombiniert. Es wäre bestimmt leichter, ihn dann nicht ausgerechnet auch noch aus Mohair-Garn zu stricken, aber ob er dann auch so schön wird?

Mein nächstes Strickprojekt muss jetzt unbedingt nach Frühling rufen. Der Rhilea-Cardigan von Suvi Simola ist schon auf den Nadeln.

Anleitung: Wavy Brioche von Carol Sunday (Kaufanleitung)
Garn: 300 Gramm Drops Alpaca in der Farbe Aqua Grau Mix (7323)
Nadelstärke: 3,5
Abweichend von der Anleitung habe ich 97 Maschen angeschlagen
Fertiges Maß nach dem Baden: 32 x 195 cm

Meinen neuen Schal zeige ich bei RUMS und Maschenfein

4 thoughts on “Hin und weg”

  • Ein ganz dickes Kompliment! Das war wirklich ganz schön verwegen, sich als erstes Brioche-Projekt gleich so ein anspruchsvolles Teil herauszusuchen. Aber mir ging es vor ein paar Jahren ähnlich: Ich wollte als erstes unbedingt den ‘Willow’ von Nancy Marchant nachstricken. Natürlich auch in Mohair (!). Das ging auch nicht so ganz ohne Kraftausdrücke über die Bühne …
    Jedenfalls wirst Du sehen, dass der Aeronaut im Vergleich zu diesem Kunstwerk ganz harmlos ist!
    Liebe Grüße,
    Ute

    • Danke für das Kompliment! Ich fand mich erst gar nicht so verwegen – war ja als Projekt für Anfänger deklariert. Aber wenn man etwas unbedingt stricken will, dann beißt man tatsächlich auch mal die Zähne zusammen. Ich bin schon auf Deinen Aeronaut gespannt, ich stricke ihn bestimmt aus Mohair, das gefällt mir sooo gut. Ich werde berichten, wenn es so weit ist…
      Liebe Grüße von Gabi

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