Ein holpriger Start

Glücklicherweise landen die meisten Projekte bei mir ohne großen Widerstand auf den Nadeln, manchmal kann der Start aber auch sehr holprig sein. So war es auf jeden Fall bei meinem neuen Sommerpulli-Projekt, Miss Weesly von Astrid Müller. Ich habe schon oft nach ihren Anleitungen gestrickt, die gleichermaßen raffiniert wie unkompliziert sind, allerdings aber meistens etwas Rechnerei erfordern (so auch meine blaue Söndag-Jacke). Das Rechnen war hier allerdings nicht mein größtes Problem, die Schwierigkeit im Vorfeld war eher, dass ich mich nicht entscheiden konnte, wie groß mein Ausschnitt werden sollte – aber auf jeden Fall nicht ganz so groß wie im Original.

Die Anleitung sieht einen Biesen-Rand vor, das fand ich zwar erst einmal eine schöne Idee, weil ich aber bezüglich der Ausschnittgröße so skeptisch war, habe ich mich zu einem provisorischen Maschenanschlag entschlossen, um den Ausschnitt zum Schluß noch ein bisschen justieren zu können. Der erste Versuch war mir dann aber doch (trotz aller Rechnerei im Vorwege) viel zu weit. Beim zweiten Versuch fiel mir dann nach ca. 15 Reihen auf, dass ich die Zunahmemaschen seltsam verdreht hatte und mich auch gleich am Anfang beim supereinfachen Pünktchenmuster verzählt hatte. Und beim dritten Versuch habe ich es dann tatsächlich geschafft, die Runde verdreht zu schließen. Das ist mir aber glücklicherweise schon in der zweiten Runde aufgefallen, weil ich aber auf keinen Fall noch ein drittes Mal ribbeln wollte, habe ich das Ganze einfach wieder zurückgedreht und nun stimmt die Richtung. Die dadurch entstandene kleine Unebenheit am hinteren Rand lässt sich dank des provisorischen Maschenanschlags bestimmt auch gut wegschummeln.

Dafür strickt sich das Ganze jetzt aber um so erfreulicher und mit dem sommertauglichen Garn geht es flott und kurzweilig voran.

Flott und kurzweilig war auch das Netz gestrickt, wieder nach meiner eigenen Anleitung, dieses Mal aber mit einem zweifarbigen Boden – ganz in Grau war es mir zu langweilig. Ich habe immer 4 Reihen blau und 2 Reihen grau abgewechselt – damit gehen die Abnahmen dann auch ganz genau auf und enden mit 4 Reihen blau.

Ganz erstaunlich fand ich, wie sehr so ein Netz doch mit seinen Aufgaben wächst… Was für ein Unterschied zwischen (m)einem Netz für alle Fälle, das schon viele Einkäufe und eine Wäsche hinter sich hat, und dem Ringelboden-Netz, frisch von den Nadeln. Es wird übrigens ein Geschenk, weil mir der geringelte Boden aber so gut gefällt, stricke ich mir bestimmt auch noch eins.

Der Sommerpullover
Miss Weesly (No. 2) von Astrid Müller (Kaufanleitung bei Ravelry)
Garn: Drops Belle in jeansblau dunkel (13)

(M)ein Netz für alle Fälle
Anleitung als PDF hier (kostenlos)
Garn: insgesamt 96 Gramm Drops Belle  in silbergrau (06) und jeansblau dunkel (13)

Die Strickerei läuft und eine Freundin freut sich hoffentlich über ihr neues Einkaufsnetz – zwei schöne Freugründe für den Freutag. Und zum Junianfang zeige ich meinen holprigen Start auch bei Maschenfein.

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