Das Ranunculus-Phänomen

Jetzt ist es passiert – ich reihe mich ein in die lange Schlange der Ranunculus-Lemminge. So richtig habe ich es ja lange nicht verstanden, dass von diesem Modell so unglaublich viele Projekte bei Ravelry eingestellt wurden, wie von keinem anderen Teil. Nun ja, eigentlich verstehe ich es immer noch nicht so genau. Und so richtig kann ich auch nicht mehr nachvollziehen, warum ich meine Strickfreundin zu einem klitzekleinen Ranunculus-KAL (nur wir beide haben mitgestrickt) überredet habe.

Wie gut, dass sie mit im Boot war. Möglicherweise hätte ich sonst die Anleitung ganz schnell wieder ungestrickt in der Versenkung verschwinden lassen. Einerseits finde ich sie die Herangehensweise sehr umständlich, vor allem aber die Strategie, Garne jeder beliebigen Stärke mit so dicken Nadeln zu stricken, bis dabei eine Maschenprobe von 14 Maschen herauskommt, konnte ich nicht nachvollziehen, wäre doch mit dem Leinengarn, das ich verwendete, ein wirklich unschönes Maschenbild entstanden. Ganz so viel Mehrweite wollte ich auch nicht haben, also habe ich fleißig umgerechnet und auch das eine oder andere Mal geribbellt. Schließlich ist von der Anleitung eigentlich nur Seite 7 und 8 übriggeblieben, an denen ich mich orientiert habe, den Rest habe ich nach Gefühl und Maschenprobe gestrickt…

… und zwar in Rekordzeit gestrickt. Mit Nadelstärke 5 ist so der schnellste Pullover aller Zeiten entstanden – und hübsch ist er auch geworden. Allerdings ist das Leinengarn nach der Wäsche noch ganz ordentlich geschrumpft (nein, ich habe ich Maschenprobe leider nicht gewaschen), aber ich würde sagen, das schadet gar nicht.

Und weil es so schön war, habe ich tatsächlich gleich den zweiten Ranunculus angeschlagen – auch wenn ich mir das Ranunculus-Phänomen immer noch nicht so richtig erklären kann…

Der pausiert jetzt aber erst einmal ein paar Tage, weil es hier einen kleinen Katzenunfall gab. Ja, ich weiß natürlich, dass gekippte Fenster für Katzen eine ernste Gefahr darstellen. Aber meinen Kater interessierten gekippte Fenster nie und die kleine pelzige Gefahrensucherin aus der Ukraine schlief friedlich auf Frauchens Bett, weshalb ich es wagte, nach dem erfrischenden Regenschauer mal eben kurz das Fenster in der Küche zu kippen. Oh, war das ein Geschrei. Glücklicherweise war ich schnell zur Stelle und konnte sie befreien, allerdings nicht, ohne ein paar ordentliche Blessuren davonzutragen, und das ausgerechnet an der rechten Handinnenfläche.

Dafür ist die Kleine aber mit dem Schrecken davongekommen und schon wieder damit beschäftigt, meine Wollvorräte (und die Ranunculus-Anleitung) zu bewachen.

Mein Ranunculus Nr. 1

Die Anleitung: Ranunculus von Midori Hirose, (englische) Kaufanleitung bei Ravelry
Das Garn: 270 Gramm Lang Yarns Lino
Nadelstärke: 5 mm
Eine ausführliche Beschreibung meiner Modifikationen gibt es hier bei fraustrickt auf Ravelry.

Diesen Beitrag verlinke ich beim Nadelgeplapper von Frau Karminrot

7 Kommentare zu „Das Ranunculus-Phänomen“

  1. Sehr gut! Du kannst den Hulk nicht verstehen, aber strickts 2 Exemplare in kürzester Zeit!!!
    Ich konnte bis jetzt widerstehen, mal schauen wie lange noch!
    Der fertige Pulli sitzt perfekt und schaut gut aus!
    LG Monika

  2. Dein Ranunculus ist schön und passt genau. Ich habe vor 2 Jahren meine Wintervariante gestrickt. Dabei bin ich auf eine Maschenprobe von 18 M. pro 10 cm gekommen. Ich habe nach Anleitung gestrickt und es war mir weit genug. Ich mag den Pulli gerne, aber es bleibt wohl bei dem Einen (es gibt ja so viele tolle Anleitungen).
    LG Ingrid

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