Das leidige Größenproblem

Da plant man ein neues Projekt, die Anleitung ist gekauft und das Garn (natürlich wie immer in mehr als ausreichender Menge) liegt bereit, und da ist es wieder: das leidige Größenproblem – jedenfalls bei mir. Nun bin ich figurmäßig zwar nicht gerade eine Elfe, aber der BMI bescheinigt mir Normalgewicht und die Hosen passen. Klar habe auch ich noch das eine oder andere Corona-Kilo mehr auf den Hüften, aber das ist nichts, was nicht durch ein wenig bewusstere Ernährung und Bewegung in den Griff zu bekommen wäre.

Alles also kein Grund, sich in einem Zelt zu verstecken. Ich kenne meine Maße und ich weiß, welche Mehrweite ich gerne trage. Nun finde ich nichts schlimmer, als die Vorstellung, mich in eine wollige Wurstpelle zu quetschen und wenn für einen Pullover “zero-” oder “negativ-ease” empfohlen wird, wird er niemals auf meinen Nadeln landen.

Aber ist das die Erklärung dafür, warum ich grundsätzlich lieber eine (oder auch zwei) Größen größer stricke, als es laut Maschenprobe und besserem Wissen sein müsste? Ehrlich gesagt: ich habe keine Ahnung.

Aber auch beim Piano-Sweater ist es mir wieder passiert. Das Garn dafür, die wunderschöne Ulysse von De Rerum Natura wartete hier nach einer unvermeidlichen Ribbelaktion auf ihren Einsatz (der Birthday Sweater, den ich daraus stricken wollte, war mir so sehr viel zu groß geraten, dass er wirklich nicht tragbar gewesen wäre).

Schon im Herbsturlaub war ich über die schönen (und kostenlosen!) Filcolana-Anleitungen gestolpert und ich musste mich nur noch zwischen Ginne und Piano entscheiden, die mir beide gleich gut gefielen (genau übrigens wie die passende Musik – dieses Konzept fand ich richtig, richtig toll!)

Und dann ging es also (mit “Titan” von Ginne Marker im Ohr) an die Größenplanung. Hier könnte ich immerhin noch als Entschuldigung vorbringen, dass ich skeptisch war, wie sich das Muster verhalten würde. Ich wollte auf jeden Fall vermeiden, dass sich die Rippen körpernah an mich schmiegen – und davon kann wirklich keine Rede sein. Er ist richtig groß geworden – glücklicherweise aber auch richtig schön, auch wenn eine Größe weniger mehr als genug gewesen wäre. Aber durch das Rippen- und Strukturmuster zieht er sich tatsächlich ein kleines bisschen zusammen.

A propos Strukturmuster, das hat für unterhaltsames Stricken gesorgt und vor allem die Schulterkonstruktion ist für mich das absolute Highlight dieses Pullovers. Auch sehr schön: die Kombination aus Garn und Muster. Also zwar irgendwie mal wieder zu groß, aber doch passend. Als einzige Modifikation hat er übrigens einen Rollkragen bekommen – der passt so schön ins Muster….

Ein bisschen skeptisch bin ich übrigens bei meinem aktuellen Strickprojekt, bei dem sich natürlich auch die leidige Größenfrage gestellt hatte. Da habe ich mich nach zweimaligem Ribbeln dann für Größe M entschieden. Allerdings wird der Pullover von unten nach oben mit Raglanärmeln gestrickt und kann erst in fertigem Zustand anprobiert werden. Ganz schön spannend, ob meine Größenwahl dieses Mal besser hinkommt….

Piano-Sweater

Die Anleitung “Piano” von Maria Bach Jensen/Sanastrik bei Filcolana, kostenlos und auch auf deutsch erhältlich
Das Garn: 450 Gramm die Rerum Natura Ulysse in der Farbe Eucalyptus, gekauft bei Mylys
Größe: L
Nadelstärke: 3,5

Meine Projekte sind auch hier zu finden bei Ravelry

1 Kommentar zu „Das leidige Größenproblem“

  1. Hallo Gabi, das Größenproblem habe ich auch, aber in die andere Richtung. Ich bin 49 Jahre alt und von Natur aus extrem zierlich (158cm, 43kg, null Oberweite!). Leider fangen die meisten Strickanleitungen bei S an, XS ist kaum zu finden. Im Gegensatz zu dir, bin ich noch nicht so geübt im Stricken, als dass ich wüsste wie Anpassungen möglich wären.
    Dein Blog ist übrigens sehr schön, lese seit langem still mit. Vielen Dank dafür!
    Viele Grüße und ein schönes Wochenende.

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