Das ewige Lochmuster-Dilemma und mein Austell-Tee

Ich stricke ja das ganze Jahr über und ich trage auch am liebsten das ganze Jahr über selbstgestrickte Teile, aber im Sommer ist das manchmal gar nicht so einfach. Vor allem die vielen schönen Loch- und Netzmuster, die auf den ersten Blick einfach nur leicht und luftig aussehen, haben doch meistens den Haken, dass die Löcher nicht nur für Luftzug, sondern auch für Durchblick sorgen. Und will man nicht „im Freien“ stehen, muss man doch wieder etwas darunter ziehen. Das hält mich dann aber doch nicht davon ab, immer mal wieder ein sommerliches Lochmustershirt zu stricken und darauf zu hoffen, dass es vielleicht doch nicht ganz so durchsichtig werden würde.

Jetzt war endlich das Austell-Tee dran, auf das ich letztes Jahr schon ein Auge geworfen hatte, weil es mir vor allem der kleine Polokragen angetan hatte. Und weil ich kleine Polokragen noch nicht so häufig gestrickt habe, war ich um so gespannter auf die Anleitung.

Ja, die Anleitung… Ich habe nicht schlecht gestaunt, dass sie ganze 36 (!) Seiten umfasst, PLUS 4 Seiten Charts für den V-Ausschnitt. Was sich dann beim Stricken aber ganz schnell herausstellte war, dass ich nicht nur auf die Charts, sondern auch auf einen Großteil der Anleitung locker verzichten konnte, weil ich ohnehin eine ganz andere Vorstellung von der Symmetrie des V-Ausschnittes hatte und deshalb mehr als einmal ribbeln und improvisieren musste.

Das ist mir, wie ich finde, aber schließlich ganz gut gelungen, besonders zufrieden bin ich aber mit meinem Polokragen. Übrigens ist ausgerechnet hier die Anleitung alles andere als ausführlich, außerdem gefiel mir auf vielen Fotos bei Ravelry auch nicht, wie sehr sich der Kragen wellte. Also habe ich die Anleitung beiseite gelegt, auf den vorgesehenen I-Cord rund um den V-Ausschnitt verzichtet und dafür einen doppelten Kragen improvisiert, auf den ich richtig stolz bin.

Ist er nicht schön geworden? Ich habe einen doppelten Maschenanschlag wie beim Kragen der Schnuckenjacke gearbeitet, dann mit einigen Zunahmen an den Rändern in der Runde gestrickt und schließlich alles mit dem 3-Needle-Bind-Off abgekettet. Dadurch bekommt der Kragen auch noch etwas zusätzliche Stabilität und rollt sich auch nicht so stark ein. Auch sehr schön, wenn auch nicht sehr sommerlich, finde ich die Farbe, auch wenn sie sich leider nicht richtig gut fotografieren lässt.

Auf die Seitenschlitze habe ich verzichtet, allerdings fällt auf, dass sich das Netzmuster seitlich verdreht, aber daran hätten wohl auch die Schlitze nichts geändert. Übrigens habe ich alle Kanten mit einem I-Cord abgeschlossen, das fand ich zu dem Design irgendwie am passendsten.

Mit einem schwarzen Tanktop darunter fühle ich mich auch richtig wohl – wenn es nicht gerade 30 Grad sind. Eigentlich könnte ich mir das Shirt auch gut in einem leichten Leinengarn vorstellen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich es noch einmal mit der Anleitung aufnehmen möchte. Und als nächstes stricke ich mir sowieso erst einmal ein Sommershirt ohne Löcher…

Mein Austell-Tee

Die gleichnamige Anleitung von „The Knit Purl Girl“ habe ich bei Ravelry gekauft, es gibt sie nur auf Englisch.
Das Garn: 430 Gramm Drops Belle in der Farbe 38 (deep moss) gestrickt mit Nadelstärke 3,25 und 3 für die I-Cords.
Größe: H

2 Kommentare zu „Das ewige Lochmuster-Dilemma und mein Austell-Tee“

  1. Hallo Gabi,
    du bist wahrlich eine Meisterin in der Umsetzung schwieriger Anleitungen zu Meisterwerken. Ich bewundere dein Talent. Dein Polo Shirt ist wunderschön!

    Liebe Grüße
    Elisa

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